13. Februar 2016

- oder auch was ich von der Stempelmaschine halte.

Dank Katharina der Plotter Prinzessin ist vor kurzem ein Silhouette Mint™ in die himmelgrauen Räumlichkeiten eingezogen.

Erstmal nur für Testzwecke - denn zu investieren, um mir ein erstes Bild davon zu machen, war mir ehrlich gesagt zu riskant. Immerhin kostet das Gerät mit dem nötigsten Zubehör ca. 150 €.


Zu Beginn nun aber erstmal zu den “Hard-Facts” - wie dem


Lieferumfang

In der erstaunlich keinen Verpackung des Silhouette Mint™ verstecken sich folgende Komponenten:

  • Silhouette Mint™ Stempelmaschine
  • 15 mm x 60 mm Stempel-Set
  • 30 mm x 30 mm Stempel-Set
  • 4 Flaschen Tinte in Schwarz, Rot, Blau und Gelb
  • 50 exklusive Stempeldesigns
  • 1 Monats-Abo im Silhouette Online Store
  • Netzkabel
  • USB Kabel
  • Mint Studio® Software Installations CD
  • Quick Start Guide


Mint


Um ein bisschen mehr Gestaltungs-Freiraum zu haben, hat Katharina neben dem Gerät gleich noch in Stempelmaterial-Sets investiert und mir eines mit den Abmessungen - 30 x 30 mm und eines mit - 15 x 60 mm zu Testzwecken überlassen.

Die Stempelmaterial-Sets (bestehend aus 4 Labels, 2 Stempelmaterial-Karten, 2 Montageplatten) sind ab 5,99 € erhältlich. Teuerstes Stempelmaterial-Set liegt bei 19,99 € für die Herstellung von zwei 45 x 90 mm großen Stempeln.


Und was kann er nun, der Silhouette Mint?!?

Laut Beschreibung, wer hätte es geacht, Stempel produzieren - egal ob für zu Hause oder Büro.

Die Technik dahinter?!?

Ein innovatives Thermodruck-Verfahren durch das ein 3D-Relief des gewünschten Designs auf dem Mint-Stempelmaterial erzeugt wird. So sollte u.a. mehrfarbiges Stempeln und bis zu 50 Drucke vor dem “Nachfärben” möglich sein.

Klingt ja ganz fantastisch, oder? Ist es nicht ganz…


Wer nun (leider) etwas ernüchtert werden möchte, der liest gerne den folgenden

Testbericht.

Der Testbericht ist war von mir verfasst, Peter aka Tasty hat aber erheblich bei der Vorarbeit mitgewirkt. Unser kreativer Kopf und Gadget-Freak, der immer offen für Neues ist, wollte eben auch ganz genau wissen, ob die Stempelmaschine hält was sie verspricht… und so ganz nebenbei hat er fast alle Fotos für diesen Beitrag gemacht.

Danke Peter für deine Unterstützung - jetzt hab ich neben einem halbwegs funktionierenden Stempel zumindest wunderbare Fotos des Mint!

Mint


So, aber zurück zum Wesentlichen!

Bevor mit der Produktion der Stempel begonnen werden kann, ist die


Installation der Software Mint Studio®

notwendig. Leider reicht Silhouette Studio® (mit der die Schneideplotter bedient werden können) nicht aus - es ist der Download einer separaten Software nötig. Die Software Mint Studio® ist z.B. auf der Webseite von Silhouette America möglich.

Sobald die Installation abgeschlossen ist, kann Mint Studio® geöffnet werden. Auf den ersten Blick beitet das Programm etwas weniger Funktionen als Silhouette Studio® - aber es ist ja auch keine Auswahl verschiedenster Materialien, Schnitteinstellungen, und und und nötig.

Mint


Es gibt sogar ein paar Zusatzfunktionen. So sind gewisse Formen und Umrandungen inkludiert, die dann entsprechend an die Größe des Stempels angepasst werden können. Peter und ich hatten schon Ideen, was wir gerne produzieren möchten, darum haben wir uns mit der Zeichenfunktion gar nicht wirklich auseinander gesetzt.


Von der Idee zum Motiv

Ich wollte einen Stempel mit der Aufschrift “Danke für deinen Einkauf” erstellen. Den Text habe ich direkt im Mint Studio® erstellt - wie auch Silhouette Studio® erkennt Mint Studio® alle Systemschriften eures MAC oder PC.

Mint


Neben Schriftzügen, die man direkt im Mint Studio® gestaltet, können auch alle Dateien aus dem Designstore und eigene Designs aus Silhouette Studio® verwendet werden.

Zudem können Bilder eingelesen und zu Stempeln verarbeitet, oder eigenen Grafiken (z.B. im .jpg- oder .png-Format) importiert werden. So haben wir es beispielsweise mit dem “t” des Tasty-Logos gemacht, das Peters Stempel werden sollte.


Stempel, der Erste

Bevor mit der Produktion der Stempel begonnen werden kann, ist eine Stempelmaterial-Karte zu wählen und in den Mint zu laden. Der Mint “scannt” die Karte anschließend und “druckt” das gewünschte Design auf die Stempelmaterial-Karte.

In wenigen Sekunden ist so eine individuelle Stempelplatte erstellt… WOW!

Mint

Mint

Mint

Mint Fotos: Peter Oswald aka Tasty


Und dann?!?

Die Stempelmaterial-Karte aus dem Mint auswerfen, entlang der Sollbruchstelle knicken und die Stempelplatte von der Karte lösen.

Mint

Mint

Mint

Mint

Mint Fotos: Peter Oswald aka Tasty


Um nun mit der Stempelplatte arbeiten zu können, muss sie noch auf die Montage-Platten aufgebracht werden.

Dazu eine Montageplatte zur Hand nehmen, die Folie von der Klebeschicht lösen und die Stempelplatte auf die Montageplatte kleben. Im Lieferumfang ist zudem ein kleiner “Holzklotz” enthalten, auf den ihr die Montageplatte aufklicken könnt. Das erleichtert euch das spätere Stempeln.

Mint Fotos: Peter Oswald aka Tasty


Jetzt kommt Farbe ins Spiel

Nachdem die Stempelplatte auf der Montageplatte aufgeklebt ist, könnt ihr den Stempel einfärben. Anders als bei üblichen Stempeln kommt hir kein Stempelkissen zum Einsatz sonder Silhouette Stempel-Tinte.

Die ist in ca. 20 verschiedenen Farben erhältlich - das 5ml Fläschchen für ca. 4,80 €.


Das Einfärben funktioniert so, dass ihr nur auf die Stellen, auf denen euer Motiv ist, Farbe auftragt. Da die Farbe relativ dickflüssig ist, könnt ihr den Auftrag recht genau vornehmen und so ein Motiv gleich mit mehreren Farben gestalten.

Mint

Mint Fotos: Peter Oswald aka Tasty


Wartet ein paar Minuten bevor ihr mit dem Stempeln beginnt, so wird die Farbe etwas von der Stempelplatte aufgesogen.

Und anschließend kann losgestempelt werden. Hier meine Ergebnisse…

Mint

Mint

Mint

Mint Fotos: Peter Oswald aka Tasty


Natürlich möchte ich euch auch Peters Versuche mit dem “Tasty-T-Stempel”, den wir auf eine Stempelmaterial-Karte mit den Maßen 30x30 mm gedruckt haben, nicht vorenthalten…

Mint

Mint


Fazit des Testlaufs

Ich muss sagen, als ich im Frühjahr 2015 das erste Mal vom Silhouette Mint erfahren habe, war ich restlos begeistert. Nach der Veröffentlichung und den ersten Fotos die ich auf diversen Seiten gesehen habe schon etwas ernüchtert - und jetzt? Jetzt bin ich eigentlich echt etwas enttäuscht…

Zuerst war zu viel Farbe auf dem Stempel - die ersten 20 Versuche somit unbrauchbar. Und dann?

Dann gibt es eine ganz kurze Phase in der das Stempel-Ergebnis passt, bevor die Farbe eigentlich schon wieder zu blass ist…

Ich hab nicht mitgezählt, aber ich glaub auf die angepriesenen 50 Drucke bin ich bei weitem nicht gekommen.

Natürlich könnte ich, sobald mir das Druckergebnis zu schwach ist wieder Farbe auftragen, aber auch da wären die ersten 10-20 Drucke wieder unbrauchbar (da zu viel Farbe).


Daher - für mich - zwar ein nettes Spielzeug um individuelle und vor allem mehrfarbige Stempel zu erstellen. Für Jeden, der jedoch ein qualitativ überzeugendes Ergebnis haben möchte, ist

  • das Stempelergebnis zu ungenau in der Ausführung (pixelige Konturen) UND
  • der Silhouette Mint™ zu teuer in der Anschaffung und vor allem der Erhaltung.


Im Vergleich zum üblicherweise sehr fairen Preis-Leistungs-Verhältnis (der Silhouette Schneideplotter) ist der Silhouette Mint™ meiner Meinung nach leider nicht empfehlenswert…


Gibt es eine Alternative

zum Silhouette Mint? JA, definitiv! Vielen Dank an dieser Stelle an Bernadette von Kluntjebunt für den Tipp!!!

Hier der Link zum Vergleichsgerät - dem Casio Stamp-Maker.

Wer in eine ganz andere Richtung der Stempelerstellung gehen möchte, dem bleibt außerdem diese Möglichkeit - falls ihr eure Wunsch-Stempel nicht von jetzt auf gleich braucht: Stempel im Fachhandel erstellen lassen.

Online Tipp: Alles für Selbermacher
Offline Tipp in Österreich: Stempelwarenfabrik Franz Just & Söhne

Dort könnt ihr Stempel inkl. Stempelkissen ab ca. 15 € kaufen. Die Stempel sind weitaus langlebiger und wenn man Anschaffungskosten + Arbeitszeit für die Prouktion eines Mint Stemples zusammenrechnet, hat man so weitaus weniger Kosten.


Tja, jetzt ist sie raus meine Meinung zum Silhouette Mint™. Nicht so positiv wie vielleicht erhofft, aber eben ehrlich… wie es sich für einen Blog gehört!

Und jetzt, jetzt starte ich in ein erholsames Wochenende und freu mich (irgendwie), dass mich der Mint nicht so überzeugt hat, dass er schon im Warenkorb meines Großhändlers liegt…

Habt es fein ihr Lieben.

Eure Kathrin




PS: Ihr habt Fragen zum Plotter, dem nötigen Zubehör, den verschiedenen Folienarten etc. oder wollt euch mit Zubehör und Folien eindecken dann kontaktiert mich gerne per E-Mail unter info(at)himmelgrau.at oder kommt vorbei in der Feuerbachgasse 10, 8020 Graz. Ich bin gerne bereit mein Wissen mit euch zu teilen.


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